| Cuenca - Baños ueber Galapagos (Ecuador) |
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Baños, 29.07.2009
Es regnet nicht, als wir Cuenca verlassen und es geht zunaechst viele Kilometer bergab bevor die naechsten Steigungen kommen. Wie die Tage zuvor fahren wir auf einer Achterbahn, die aber zum Glueck etwas kleiner ausfaellt. Eine Steigung mit bis zu 23% ist enthalten und Doro nimmt lieber schon vorzeitig den Pickup-Service in Anspruch. Sven treibt lieber einen anderen Sport "fang den LKW", muss aber doch feststellen, dass ein kurzer Sprint mit dem Fahrrad in der Hoehe und bei der Steigung nicht so recht moeglich ist. Die Tage vergehen recht schnell, das Wetter wird immer besser und wir erreichen planmaessig den Fuss des hoechsten Vulkans von Ecuador, dem Chimborazo (6.320 m). Dort finden wir in der "Hosteria de la Estacion" auf 3.600 m Hoehe ein schoenes Zimmerchen mit direktem Blick. In dieser Jahreszeit hat man nicht haeufig die Moeglichkeit den Vulkan so frei zu sehen. Am naechsten Morgen rollen wir fast nur bergab nach Baños auf 1.800 m gelegen, eine wunderschoene Abfahrt in tropischere Gefilde. Baños liegt am Fusse des Vulkan´s "Tungurahua" (5.023 m), der seit dem letzten gewaltigen Ausbruch im Juli 2006 immer noch ab und zu Rauchwolken auswirft und manchmal hoeren wir sogar eine kleine Explosion. Wir quartieren im Hostal Leon, wo wir zunaechst die Radler Petra & Mathias aus Dresden wiedertreffen und am Abend gemeinsam unser 1. vollendetes Radreisejahr feiern, natuerlich mit ein paar Bierchen. Es ist der 13.07.2009, Sven´s Eltern Helke & Uli befinden sich auch in Baños und wir ueberraschen sie zum Fruehstueck mit Sekt. Natuerlich war die Aufregung vor diesem Treffen, besonders bei Sven, gross und das Wiedersehen bewirkt einen heftigen Gefuehlsausbruch bei allen Beteiligten. Fuer die naechsten 16 Tage reisen wir gemeinsam ein Stueck, ohne Raeder. Am ersten Tag starten wir einen kurzen Radausflug bei stroemenden Regen und fahren einige Kilometer das Tal abwaerts. Mit dabei sind alle Reiseteilnehmer der Gruppe "Wildost", mit denen Uli & Helke schon seit 14 Tagen unterwegs sind und verschiedene Berg- und Vulkantrekkings in Ecuador absolviert haben. Schon einen Tag spaeter teilt sich die Gruppe in eine Bergtour-Gruppe (Chimborazobesteigung) und eine weitere Dschungeltour-Gruppe, wo wir dabei sind. Mit dem Raftingboot geht es zunaechst einige Kilometer auf dem Rio Pastaza abwaerts und weiter mit dem Bus in ein Dschungelcamp. Auf schoenen schlammigen Wegen, durch Fluesse sowie an Lianen geht es durch den Regenwald. Die meisten Tiere treffen wir leider nur Nachts und da ist auch die Geraeuschkulisse zauberhaft laut. Wir sehen waehrend zwei Nachtwanderungen viele schoene Spinnen (Vogel-,Drachenspinne), Froesche, Gottesanbeterinnen, Schrecken - alles was noch so keucht und fleucht und sich vor dem Menschen nicht verstecken muss. Am Tag sind es vor allem viele Voegel. Nach dem Trip besuchen wir noch einmal Cuenca mit seinen vielen Kirchen. Dort sollte man unbedingt das Ethnologische Museum besuchen oder in den Cajas Nationalpark fahren, beides war sehr lohnenswert. Auf dem Weg nach Guayaquil machen wir einen Strandstopp in "Playas". Waehrend einer Halbtagestour mit einem Boot durch den Mangrovenwald sehen wir Delfine sowie die groesste Fregattvogelkolonie von Ecuador. Da Highlight folgt, ein Trip zu den Galapagos-Inseln. Um diese und ihre Tierwelt richtig zu erkunden, fahren wir mit der "Princess of Galapagos" 4 Tage von Insel zu Insel. Das Schiff beherbergt 16 Passagiere und 5 Besatzungsmitglieder. Um diese Jahreszeit ist es auf dem kleinen Schiff ein schoenes Geschaukel, was nicht jeder an Board vertraegt, Fische fuettern inklusive. Die Tierwelt ist einzigartig und unglaublich zugleich. Bis auf wenige Meter oder sogar Zentimeter koennen wir an sie herangehen und sie in Ruhe beobachten. Einige Tiere und Pflanzen wie z.B. die Meerechsen oder die Galapagos-Riesenschildkroete gibt es nur hier. Auch unter Wasser, beim Schnorcheln, werden die Augen immer groesser, wenn man Auge in Auge mit den bunten Fischen oder der Meeresschildkroete schwimmt. Leider sehen einige ausser uns einen Hai, wobei es hier ja so viele geben soll. Hoffentlich bleibt dies Naturwunder, auch im Interesse ihrer tierischen Bewohner noch lange bestehen. Wir sind zurueck in Baños bei den Raedern und wollen noch ein Stueck durch den Regenwald nach Quito und dann weiter in Richtung Kolumbien fahren. An dieser Stelle wollen wir mal das Jahr zusammenfassen: Bis heute haben wir10 Laender mit dem Rad durchfahren. 16.638km und ueber 123.000 Hoehenmeter liegen hinter uns. Im Durchschnitt fuhren wir 63km pro Tag, wobei wir natuerlich nicht jeden Tag gefahren sind. Unser sonntaeglicher Ruhetag hat in den meisten Wochen nicht funktioniert und musste auf andere Tage verlegt werden. Unsere Raeder erlitten waehrenddessen 21 Platten, 4 Felgen -, 6 Speichennippel- und 1 Leerlaufbrueche, 1 Schaltzugriss und 12 Bremsbelaege haben wir schoen verschlissen. Unser Zelt haben wir ca. 260 mal auf- und abgebaut. An einigen Tagen fragten wir uns wieso, weshalb und warum wir ueberhaupt auf dem Rad sitzen. Diese Fragen tauchten meistens dann auf, wenn es fuer uns nicht ganz so einfach war wie z.B. auf den windigen Strecken in Patagonien, den Weiten von Argentinien, dem Schotter in Chile & Peru oder nun in der Bergwelt von Peru und Ecuador. Des oefteren wollte Doro schon nach Hause fliegen, aber immer als wir einem internationalen Flughafen naeher kamen, hat es sie sich wieder anders ueberlegt, Freiheit siegt. Es waren und sind dann immer die besonderen Momente auf unserer Reise, die uns immer weiter treiben. Zum einen sind es die Menschen denen wir begegnen und mit denen wir zu 90% immer gute Erfahrungen machen. Auf dem Kontinent herscht eine ueberwiegende Herzlichkeit, Offenheit und Interesse Fremden gegenueber. Manche haben wenig, geben aber sehr viel und wenn wir dann an uns Deutsche zurueckdenken ... nun ja. Zudem hat jedes Land so unterschiedliche Kulturen, Feste, eine bezaubernde Flora und Fauna sowie natuerliche Sehenswuerdigkeiten. Viele wurden oder werden heute noch groesstenteils zerstoert durch Habgier, Ruhm und die westliche Macht. Und das begann leider und ueberhaupt schon recht zeitig mit den Spaniern. Nun wollen wir uns ganz doll bei allen bedanken, die uns bei unserem Vorhaben unterstuetzen, ermutigen weiter zu machen, an uns denken und glauben. Ganz vorn stehen da natuerlich die Eltern, Grosseltern, Verwandte und Freunde. Vielen herzlichen Dank! |
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